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Projekte

Geschichte-Leistungskurs Preisträger des Jugend-Engagement-Preises des Landes

Der Geschichte Leistungskurs der Jahrgangsstufe 12 wurde in Mainz ausgezeichnet und erhielt zusätzlich 500 Euro zur Unterstützung des Projekts. Herzlichen Glückwunsch an den engagierten Kurs und seine Lehrerin Claudia Apel!

Nach dem Besuch der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Ulrike Höfken am St.-Willibrord-Gymnasium fand das Demokratie-Projekt nun auch auf Landesebene Anerkennung. Malu Dreyer höchstpersönlich zeichnete die vorbildliche Arbeit unserer Gymnasiasten aus.

 

 

Ausschlaggebend für das Projekt war für die Schüler des Geschichts-Leistungskurses die Frage, wie es sein kann, dass sich im 18. und 19. Jahrhundert hunderte Menschen für die Demokratie vor die Flinten der Obrigkeit geworfen haben, während bei unseren heutigen Wahlen die Zahl der Wahlteilnehmer stetig sinkt.

Dazu hatten die Schülerinnen und Schüler in Eigenregie einen Fragebogen erstellt, für den sie an einem regnerischen Adventssamstag auf die Straße gingen. Zahlreiche Passanten ließen sich auf die Aktion ein. Ein schönes Beispiel dafür, wie Schule öffentlich wirksam wird.

Umweltministerin besucht Demokratie-Projekt am St.-Willibrord-Gymnasium Bitburg

Im Rahmen des Demokratie-Projektes des Geschichte-Leistungskurses der Jahrgangsstufe 12 des Sankt-Willibrord-Gymnasiums Bitburg hat die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken den Kurs und seine Unterstützer in Bitburg besucht und ihnen in Sachen Demokratie Frage und Antwort gestanden.

Ausschlaggebend für das Projekt war für die Schüler des Geschichts-Leistungskurses die Frage, wie es sein kann, dass sich im 18. und 19. Jahrhundert hunderte Menschen für die Demokratie vor die Flinten der Obrigkeit geworfen haben, während bei unseren heutigen Wahlen die Zahl der Wahlteilnehmer stetig sinkt.

Dazu haben die Schülerinnen und Schüler in Eigenregie einen Fragebogen erstellt, für den sie an einem regnerischen Adventssamstag auf die Straße gegangen sind. Zahlreiche Passanten haben sich darauf eingelassen und den Fragebogen ausgefüllt und dafür Kaffee und Kuchen bekommen. Außerdem gingen 180€ als Spenden ein, die die Projektteilnehmer für einen guten Zweck gespendet haben.

Dieses Engagement hat auch die Umweltministerin interessiert, die sich persönlich mit den jungen Leuten unterhalten wollte und über ihre eigenen Erfahrungen mit Straßenaktionen und dem Sich-Einsetzen für das, was einem wichtig ist, berichtete.

Dass die Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist, war dann auch gleich ein gemeinsamer wichtiger Punkt, den Ministerin und Schüler*innen teilten. Ihr Appell an die jungen Menschen, sich weiterhin für das Grundgesetz, Europa und die Gleichheit aller Menschen einzusetzen, ist auf fruchtbaren Boden gefallen.

Frau Höfken berichtete aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz, von ihrem Werdegang und ihrer politischen Erfahrungen, bevor sie sich auch kritischen Fragen stellte. Vor allem die scheinbare Unzufriedenheit der Menschen in Deutschland und die Frage nach dem, was die Politik dagegen tut, interessierte die Projektteilnehmer, weil dies ein wichtiger Punkt war, der aus ihrem Fragebogen hervorging.

Auch viele andere Themen wurden angesprochen und zwischen Schüler*innen und Ministerin diskutiert: Flüchtlinge, Waffenexporte, Energiewende, erneuerbare Energien, Diesel-manipulation und auch das Bildungswesen, vor allem das Kooperationsverbot und der Digital-Pakt waren Gegenstand der Diskussion.

Zum Abschluss waren sich alle Teilnehmer einig darin, dass der zunehmende Nationalismus in Deutschland, Europa und der Welt keine Antwort auf die Fragen der Zeit darstellt. Gerade der Geschichte-Leistungskurs weiß um die Folgen, die ein solcher Nationalismus mit sich bringt. Die Schüler*innen wurden durch das Projekt und das Gespräch mit Frau Höfken darin bestärkt, dass sie sich weiter auch und gerade für das Selbstverständliche einsetzen müssen, um es zu schützen, denn Stillstand kann hier schon ein Rückschritt sein. Oder wie ein Sprichwort sagt: „Wer in der Demokratie einschläft, kann in der Diktatur aufwachen“.

Aus diesem Grund lassen es die Teilnehmer des Projektes auch nicht darauf beruhen, einen Fragebogen und einen Ministerbesuch organisiert zu haben. Sie wollen weiter ihrer wichtigsten Frage nachgehen und im Hinblick auf die Europawahlen im Mai noch so viele Menschen wie möglich von der Idee der Demokratie und dem Recht zu wählen überzeugen. Eine weitere Street-Aktion ist geplant mit einem überarbeiteten Fragebogen, ein Besuch im Landtag mit Diskussionsrunde und natürlich die innerschulische Arbeit, mit der möglichst viele Teilnehmer für ein weiteres Jahr Demokratie-Projekt gefunden werden sollen.

Dazu passt auch die Überraschung, die die Mitstreiter für die Demokratie letzte Woche erhalten haben, als ihnen mitgeteilt wurde, dass sie zu den diesjährigen Preisträgern des Jugend-Engagement-Wettbewerbes des Landes Rheinland-Pfalz gehören. Zur Preisverleihung dürfen sie nach Mainz reisen, wo sie den Preis aus den Händen der Ministerpräsidentin überreicht bekommen. Sich einsetzen für die Werte der Demokratie kann also richtig Spaß machen!

 

 

 

 

 

Exkursion nach Verdun zum Schlachtbeginn vor 100 Jahren

An das Grauen des Krieges kann nicht genug erinnert werden. Deshalb unternahmen die beiden Grundkurse 12g1 und 12g2 unter Leitung von Herrn Berens am 15. März eine Exkursion zu den Schlachtfeldern von Verdun.

Dies bot sich deswegen besonders an, da einerseits der Erste Weltkrieg Unterrichtsthema war und andererseits die Schlacht um Verdun (21.2. - 19.12.1916) sich genau zum hundertsten Male jährte. Dieser Schlacht, die zum Inbegriff der „Industrialisierung des Krieges“ wurde, fielen etwa 700.000 Menschen zum Opfer. Am 21.2.1916 begann das „Unternehmen Gericht“ unter Leitung des Generals Erich von Falkenhayn, der an dieser stärksten Stelle der französischen Frontlinie angriff, um vom Stellungskrieg wieder zum Bewegungskrieg zu gelangen. Im Nachhinein wurde häufig behauptet, er habe den Gegner an dieser Stelle „weißbluten“ wollen.    

Erstes Ziel unserer Exkursion war das 1881 errichtete Fort de Vaux, das neben 34 weiteren Befestigungsanlagen eine nordöstliche Verteidigungslinie um die ab 1916 hart umkämpfte Festungsstadt Verdun bildete. Ebenso wie das stärkste Fort Douaumont (der Busfahrer merkte an, dass sein Vater als Soldat dort eingesetzt war) wurde ebenfalls das Fort de Vaux für einige Zeit von deutschen Truppen besetzt. Innerhalb des Forts wurde den Schülern anschaulich gemacht, unter welchen Umständen hunderte von Soldaten darin lebten, kämpften und starben. Als Folge des fortdauernden Beschusses von bis zu ca. 1000 Granaten pro Tag wurde die ca. 7 m dicke Decke aus Stahlbeton und Sandschichten so stark beschädigt, dass seither Feuchtigkeit in die Gemäuer eindringt (sichtbar: Tropfsteinbildung an der Decke). Ein Galopin Zwillingsdrehversenkturm und zwei Kampfunterstände (Casemates de Bourges) konnten als Ausstattungselemente des Forts neben Schlaf-, Funk- und Sanitäranlagen besichtigt werden. Die Überreste eines durch Schwerstartillerie zerstörten Geschützturmes sind heute noch sichtbar auf dem Dach des Forts, das abschließend von außen begangen wurde. 

Im Anschluss fuhren wir weiter zum Mémorial de Verdun, das 1966/67 errichtet wurde anlässlich des 50. Jahrestages der Schlacht, der damals noch unter Ausschluss der Deutschen gedacht wurde. Anlässlich des 100. Jahrestages wurde das Museum innerhalb des Mémorial vollständig neugestaltet und am 21. Februar nun neu eröffnet. Eine Vielzahl von Ausstellungsobjekten, insbesondere militärische Ausrüstungsgegenstände, Geschütze, zwei Flugzeuge, Uniformen, Waffen, Versorgungsmaterialien, Werkzeuge und Maschinen werden darin detailliert beschrieben. Zahlreiche interaktive Elemente wie Audio- und Filmausschnitte in drei Sprachen wurden in die Dauerausstellung eingebracht. Eine dritte Etage aus Glaselementen wurde auf das Mémorial aufgebaut. Dabei bemüht sich die Ausstellung um eine multiperspektivische Darstellung, indem nicht nur beide Kriegsparteien, sondern auch andere vom Krieg betroffene Bereiche (Tiere, Zivilisten, Umwelt, Medizin) thematisiert werden.    

Zum Abschluss der Exkursion suchten wir das nahegelegene Ossuaire (Beinhaus) und den französischen Soldatenfriedhof auf, das sich auf dem Gebiet der ehemaligen und im Krieg zerstörten Ortschaft Fleury-devant-Douaumont befinden. Zahlreiche andere Dörfer wurden damals ebenfalls dem Erdboden gleichgemacht. Der durch Granattrichter sichtbar hügelige Waldboden gibt noch heute Zeugnis vom Ausmaß der Zerstörung einer gesamten Landschaft, die durch einen permanenten Granatenbeschuss mehrfach umgegraben wurde. Während auf dem Soldatenfriedhof vor dem Ossuaire 16.142 weiße Kreuze für die französischen Soldaten aufgestellt wurden, sind im Beinhaus die Überreste von 130.000 nicht identifizierten Soldaten untergebracht, die u.a. deutsche Kriegsgefangene während der Aufräumarbeiten unmittelbar nach dem „großen Krieg“ von 1914-18 zusammentrugen. Die Knochen sind sichtbar durch kleine Glasfenster. Eine Gedenktafel vor dem Ossuaire erinnert an den historischen Ort, an dem sich am 22. September 1984 Helmut Kohl und Francois Mitterand die Hände zum Symbol der dt.-frz. Versöhnung und Freundschaft reichten.

Übergabe des Zeitzeugen-Sonderbandes im St.-Willibrord-Gymnasium

In einem Sonderband des Geschichtlichen Arbeitskreises Bitburger-Land wurden siebzig Zeitzeugen-Beiträge von 150 Schülerinnen und Schülern des Nordstad Lycée in Diekirch, der Theobald-Simon-Schule, dem St.-Willibrord-Gymnasiums und der Auszubildenden der Kreissparkasse Bitburg mit veröffentlicht.

Zu der feierlichen Übergabe des Sonderbandes im St.-Willibrord-Gymnasium begrüßte Schulleiter Dr. Andreas Merzhäuser Rainer Wirtz, den Ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Bitburger-Land, eine Abordnung von Mitgliedern des Volksbildungswerkes Bitburger-Land, Irene Mees als Vertreterin der Kulturstiftung der Kreissparkasse, Schulleiter Ralf Loskill, Lehrer und Schüler der Theobald-Simon-Schule, Zeitzeugen spwie die betreuenden Lehrerinnen und Schüler des St.-Willibrord-Gymnasiums. Er wies darauf hin, dass auch St.-Willibrord als Zeitzeuge dem Bitburger Gymnasium eine zeitlose Botschaft hinterlassen habe.

Der Erste Beigeordnete Rainer Wirtz würdigte das vom Kreismedienzentrum initiierte grenzüberschreitende Zeitzeugenprojekt als Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit mit dem Volkbildungswerk Bitburger-Land und wünschte sich eine Fortsetzung der gemeinsamen Projektarbeit.

Die Schüler der MSS Marius Schmitz, Nico Kirsch und Fabian Weiland umrahmten die Feier musikalisch.

Die Herausgabe des 99. Sonderbandes wurde von der Kulturstiftung der Kreissparkasse und  von dem Geschichtlichen Arbeitskreis Bitburger-Land gefördert. Vielen Dank!

Die Eifel im Umbruch

Am Sonntag, dem 14.4.2013, präsentierten 16 Schülerinnen und Schüler des St.-Willibrord-Gymnasiums Bitburg das Projekt „Die Eifel im Umbruch“ im hiesigen Kreismuseum. Es war das erste Mal, dass Museumsleiter Burkhard Kaufmann ein Projekt nicht eigenständig leitete, sondern es gemeinsam mit Lehrerin Frau Susanne Pickan betreute. Beide unterstützten den Geschichtsleistungskurs bei seiner umfangreichen Hintergrundrecherche zu den einzelnen Exponaten, für die die Schüler neben dem Unterricht einen Großteil ihrer Freizeit opferten.

Nach einem informativen und anschaulich gestalteten Hintergrundvortrag von zwei Schülerinnen, konnten die Museumsbesucher, die mehr über die Geschichte der Eifel erfahren wollten, das Museum Raum für Raum erkunden. In Kleingruppen begaben sie sich zu den Schülern, die ihre Exponate detailliert und fachkompetent erklärten. Auch weiterführende Fragen waren ausdrücklich erwünscht und wurden umgehend beantwortet. Nach zwei Stunden bestätigten alle Gäste, einen bleibenden Eindruck sowohl vom Kreismuseum als auch von der Geschichte ihrer Heimat erhalten zu haben. Viele erklärten, sie wollten das Kreismuseum auch zukünftig öfter besuchen.   
„Mit diesem Projekt habe ich mehrere Ziele verfolgt: Die Schülerinnen und Schüler sollten einerseits erkennen, dass sie in ihrer Eifeler Heimat von Geschichte umgeben sind. Daneben war es mir wichtig, den Unterrichtsstoff durch das Erklären der Museumsexponate nachhaltig in den Köpfen zu verankern. Außerdem hoffe ich, dass Kreativität, Genauigkeit, Verlässlichkeit und Kooperationsvermögen, die für diese Teamarbeit nötig waren, den Schülern auch im späteren Berufsleben nützen.“, ergänzt Frau Susanne Pickan abschließend.

Die Eifel im Umbruch: Bericht der Schülerinnen und Schüler

Museumsprojekt des Geschichte LK der MSS 12 am St.-Willibrord- Gymnasium – eine Würdigung des Geschichts-Leistungskurses

Vom 24.02.15 bis 26.04.15 hatten die Schülerinnen und Schuler des Geschichts LKs Zeit, sich auf ihre Präsentation im Kreismuseum Bitburg-Prüm vorzubereiten. Dabei beschäftigte sich jeder Schüler mit zwei Exponaten seiner Wahl zum Thema Epochenwende 1814/15. Hierbei legten sie ein besonderes Augenmerk auf den Bezug zur Eifel, um den Besuchern die Geschichte ihrer Region nahe zu bringen.

Nachdem zwei Schülerinnen einen kurzen Einführungsvortrag gehalten hatten, begaben sich die Besucher in Kleingruppen unter der Leitung eines Schülers auf Erkundungstour durch das Kreismuseum. Dabei erhielten sie interessante Informationen zur Geschichte ihrer Heimat, die von fachkundigen Referenten anschaulich erklärt wurden. So kamen auch spannende Diskussionen unter der Zuhörerschaft zustande.

Im Anschluss an die eineinhalb Stunden langen Führungen wurden die Gäste gebeten, einen von den Schülerinnen und Schülern selbst erstellten Bewertungsbogen auszufüllen. Dieser diente zur Evaluation, und der Leistungskurs stellte erfreut fest, dass alle Besucher viel Neues in Erfahrung gebracht haben und vom Projekt begeistert waren.

Abschließend lässt sich sagen, dass auch wir Schüler viel von unserem Projekt mitgenommen haben, da wir neue Arbeitsmethoden kennenlernten und uns hier nicht immer auf das Internet verlassen konnten.

Natürlich soll an dieser Stelle nicht die tatkräftige Unterstützung der Projekt- und Stammkursleiterin Frau Susanne Pickan und des Museumsleiters Herrn Kaufmann vergessen werden. Ohne sie wäre die Realisierung dieses Projektes nicht möglich gewesen.

Die Eifel und Preußen - sprechende Exponate

An zwei Beispielen wird im Folgenden aufgezeigt, welche historischen Hintergründe Fundstücke aufdecken können.

Preußisches Reservistenbild

Reservistenbilder dienen als Erinnerungsstück an die Laufbahn im preußischen Militär. Sie zeigen uns heute, welche Eifeler sich patriotisch zum Kriegsdienst zur Verfügung stellten, nachdem die Eifel auf dem Wiener Kongress Preußen zugesprochen worden war. Diese Bilder wurden zumeist offiziell angefertigt, teils sind sie aber auch, wie es bei denen im Kreismuseum der Fall ist, selbstgemacht. Für Preußen und ab 1871 somit auch für das deutsche Kaiserreich war es wichtig, als starker Militärstaat aufzutreten. Dies gelang jedoch erst mit den Heeresreformen 1807 bis 1814, nachdem Preußen im Vierten Koalitionskrieg gegen Frankreich unter Napoleon verloren hatte. Mit den Reformen begann der Anreiz für den „kleinen Mann“, beim Militär Karriere zu machen, da Dienstgrade nun nach Können und patriotischem Engagement und nicht mehr nach sozialem Status vergeben wurden. Außerdem wurden hierarchische Strukturen abgeschafft, damit das Heer im Krieg schneller reagieren konnte. Auch wenn die Eifel im preußischen Kernland als „Preußisch-Sibirien“ verschrien war, wurden hier dennoch neben der Rekrutierung auch Anstrengungen unternommen, die Eifel als Teil von Preußen geordnet zu verwalten. Dies wurde auch durch Versetzung von Beamten erreicht. Bereits seit 1813 herrschte in Preußen eine allgemeine Wehrpflicht, die patriotische Eifel diente dem Kaiserreich damit außerdem als Schutzgebiet vor dem „Erzfeind“ Frankreich.

 

Obelisk mit Bronzerelief Bismarcks

Dieses Exponat ist ein Trümmerstück, welches das Kreismuseum nach dem 2. Weltkrieg erhielt. Das Bronzerelief zeigt das Portrait von Otto von Bismarck, der seit 1871 Kanzler des neuen Kaiserreichs war. Das Relief war Bestandteil des 1900 vom Bitburger Kriegerverein errichteten Denkmals für die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges 1870/1871, der maßgeblich zur Reichsgründung führte, die auch eine preußische Eifel einschloss. Das Denkmal war feierlich zum Anlass der patriotischen Sedanfeier eingeweiht worden, ein für die preußische Armee sehr prestigeträchtiger Feiertag, mit dem an den Sieg über die Franzosen in Sedan erinnert wird. Dieser Krieg hatte für die Bitburger einen bitteren Beigeschmack, denn es war in der Region zu Nahrungsmittelknappheit gekommen, da man verpflichtet war, dem marschierenden Heer Verpflegung zu stellen. Bismarck ist dennoch für die patriotische Nationalbewegung in der Eifel von hoher Bedeutung, was auch anhand der Reservistenbilder festzustellen ist. Das Denkmal zeigte neben Bismarck auch den Kaiser Wilhelm II., Generalfeldmarschall Moltke und das Bitburger Stadtwappen, darunter sind Namen von Gefallenen eingraviert, die als Märtyrer gefeiert wurden.

Im Jahr 2000 beschloss der Bitburger Stadtrat, das Denkmal, das im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstört worden war und später in Vergessenheit geriet, in seiner ursprünglichen Form wieder zu errichten. Heute soll das Denkmal an die Opfer und Schrecken des Krieges erinnern, der zur Reichseinigung führte.

Burkhard Kaufmann

Burkhard Kaufmann studierte Kunstgeschichte und klassische Archäologie, er ist seit 1996 Museumsleiter und arbeitet gemeinsam mit einigen Praktikanten. Seine Zielsetzung bei allen Ausstellungen ist es, „die Themen aus der Geschichte auf die Situation vor der Haustür herunter zu brechen.“

Museum

Das Bitburger Kreismuseum wurde 1929 eröffnet und versteht sich heute als modernes Heimatmuseum. Seit 1998 befindet es sich am heutigen Standort in der Trierer Straße, im Gebäude des Alten Gymnasiums. Es zeichnet sich besonders aus durch die vielen Sonderausstellungen mit regionalem Bezug. Das umfangreiche Angebot wird begleitet von pädagogischen Angeboten für Schulen, die das Museum häufig besuchen.

Beim nächsten Projekt geht es um den Eifeler Künstler Mathieu Molitor, für dessen Werke ab Mai ein eigener Raum im Kreismuseum eingerichtet wird.

Statement

Stefan Göbel:

Die Ausstellung wird durch die einzelnen Erläuterungen zu den ausgestellten Exponaten sehr interessant und beschreibt vor allem die Eifel mit sehr anschaulichen Hintergrundinformationen.

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